Geschichte

Der genaue Zeitpunkt der Entstehung von Marienroth lässt sich nicht genau erforschen.
Im historischen Atlas Bayern von Helmut Demattio heißt es:
“Das bei Rothenkirchen gelegene Marienroth oder Summarod scheint aufgrund seiner Gewannflur bereits im 11. Jahrhundert entstanden zu sein. "

Urkundlich wird es erstmals 1361 in einem Notarinstrument des langheimischen Hochgerichts Teuschnitz unter den Namen Mergenrod genannt. 1388 heißt der 0rt Marienroth, 1520 Symerodt ecclesia, 1565 Sumerarod, 1568 Sumrode, 1662 Simonroth, 1734 Marienroth.

Der 0rt gehörte einst zum sogenannten  Eigen Teuschnitz (1190-1388). Eine Erwerbsurkunde liegt nicht vor. Vermutlich wurde Marienroth von den langheimerischen Zisterzienser Mönchen gegründet, die als große Marienverehrer ihren Gründungen oftmals den Namen „Maria „ gaben.

Der Legende nach wurde von einem Bauern namens Simon – an der Stelle, wo heute die Kirche steht – beim Pflügen ein Marienbild gefunden. Damit wird gleichzeitig auch ein Hinweis auf den 0rtsnamen „Simarua“ gegeben, nämlich als einer Rodung des Syme, Simo oder auch Simmo“ (vermutlich als Kurzform von Sigmar). Eine fundierte Deutung lässt sich jedoch nicht geben. Der Name Simonroth taucht nur in wenigen Urkunden und Karten auf.

Im Jahre 1388 bestand schon nachweislich eine Kapelle. An ihrer Stelle wurde in den Jahren 1758/60 die heutige Kirche erbaut. Sie gehörte mit einigen Unterbrechungen von alters her als Filialkirche zur Pfarrei Teuschnitz.

In der alten Geschichte des Dorfes gibt es nur wenige Schriftstücke. Im Jahre 1743 wird von einem „Bierkrieg“ zwischen Marienroth und Teuschnitz berichtet. In den ersten Zeilen des Protokollbuches der Stadt Teuschnitz heißt es dazu: “ Nachdem in Erfahrung gebracht worden ist, dass sich fasst alle Einwohner zu Marienroth die Frechheit erlaubt haben, ihr Kirchweihbier öffentlich von Rothenkirchen, Kronach und anderen 0rten beizubringen und hierdurch gegen unser gnädiges Privileg verstoßen haben hat man sich genötigt gesehen Repressalien zu ergreifen.“

Marienroth wird im Historischen Atlas (1808) wie folgt beschrieben: 13 ganze Güter, 11 halbe Güter, 5 Tropfhäuser, 1 Mahlmühle (Marienrother Mühle), 1 Einödgehöft (Rauschenberg), Kirche, Gemeindeschmiede.

In der Gemeindebeschreibung aus dem Jahre 1887 heißt es: “Marienroth liegt auf einen Gebirgsrücken des Frankenwaldes. Der 0rt ist in Hufeisenform erbaut und zieht sich in zwei Häuserreihen östlich den Berg hinab gegen den Teuschnitzgrund. Das ganze Dorf umfasst 36 Wohnhäuser mit 259 Einwohnern. Die Kirche steht in der Mitte des Dorfes, das Schulhaus 1866 erbaut ist unterhalb. Die Gemeinde besitzt ein Gemeindehaus, welches zugleich Gemeindeschmiede und Krankenhaus ist.“ Die alte Schule kam 1908 in Privatbesitz, nachdem ein Jahr zuvor ein neues zweistöckiges Schulgebäude an der Durchgangsstraße nach Teuschnitz errichtet worden war.

In erster Linie war Marienroth bis in die jüngste Zeit hinein ein Bauerndorf. Nach dem 0rtschaftenverzeichnis des Königreiches Bayern, 1904 hatte Marienroth seinerzeit 237 Einwohner. Man zählte 166 Stück Rindvieh, 40 Schafe, 92 Schweine und 85 Ziegen.

Früher wurde auf 25 Höfen Landwirtschaft betrieben, heute gibt es nur noch fünf Bauern mit Viehhaltung.

Im Jahre 1913/14 wurde die Verbindungsstraße Marienroth - Brauersdorf bis zur Staatsstraße Pressig erbaut und somit die Gemeinde  dem öffentlichen Verkehr erschlossen, zuvor konnten motorisierte Fahrzeuge nach Marienroth nicht gelangen, heißt es in Gemeindeunterlagen.

1917 wurde das erste und öffentliche Telefon im Gasthaus Förtsch eingerichtet

Im Juni 1921 wurde der Bau einer elektrischen  Licht- und Kraftanlage in Angriff genommen, und ab Dezember Strom geliefert. Unternehmer war eine neugegründete Elektrizitätsgenossenschaft “Frankenwald“, mit Sitz in Posseck.

Im Jahre 1923/24 wurde ein Teilstück der Verbindungsstraße nach Teuschnitz bis zum „Weidig“ umgebaut, der weitere Teil bis zur Flurgrenze Wickendorf im Jahre 1931.

„Im Jahre 1926 wurde in der Gemeinde eine eigene Friedhofsanlage erstellt, zuvor mussten alle Leichen 5  km weit mitunter sehr schwierigen Verkehrsverhältnissen besonders zur Winterszeit nach dem Friedhof der ehemaligen Mutterkirche nach Teuschnitz gebracht werden“, so heißt es in einer Niederschrift der Gemeinde.

Mit dem Bau der Wasserleitung im Jahre 1956,war nach mehreren Dürrejahren, die Wassernot in Marienroth beendet.

Ein Windsturm am 1. August 1958 richtete auch in den Wäldern von Marienroth großen Schaden an.

Im Jahre 1959 wird die Verbindungsstraße Marienroth –Brauersdorf zur B 85 umgebaut und mit einer Teerdecke versehen. Auf Grund der Fertigstellung und Einweihung der Straße, und der bereits im Jahre 1956 in Betrieb genommener Wasserleitung wird ein Wasser- und Schaufelfest mit den beteiligten Firmen abgehalten. „Nach einer kurzen Übung der Feuerwehr fand im Turnsaal ein Festakt statt“ heißt es im Zeitungsbericht.

Ein trauriger Tag in der Dorfgeschichte war der 21. März 1963.Die drei Marienrother: Alfred Fiedler 25 Jahre, Hans Müller 26 Jahre und Robert Adam 33 Jahre sind, damals im Steinbruch in Förtschendorf verschüttet worden und konnten nicht mehr lebend geborgen werden.

1966 wird das Leichenhaus errichtet.

1972 erhält Marienroth ein 0rtswappen, welches Karl Haas aus Kronach gestaltete.

1974 konnte in der Nähe der Kirche ein Ehrenmal errichtet werden, dass am 17. November des gleichen Jahres eingeweiht wurde.

Mit dem Bau der Mehrzweckhalle an die ehemalige Schule, im Jahre 1975/76 durch den Turnverein 1906 Marienroth ist für die Dorfgemeinschaft ein wichtiger Veranstaltungsraum geschaffen worden.

Am 1. Januar 1976 gab Marienroth seine Selbständigkeit auf und schloss sich dem Markt Pressig an.

Der letzte Bürgermeister in Marienroth war Baptist Grünbeck und die Gemeinderäte hießen: Ferdinand Kestel, Siegfried Stumpf, Rudi Beetz, Otto Hofmann, Kurt Pache, Georg Fiedler die Räte Erhard Förtsch und Bernhard Böhm.

Als große Baumaßnahme wurde vom Markt Pressig im Jahre 1995 in Marienroth die Kanalisierung  erstellt
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